Historie


Der Weiler Omagen wurde erstmals 1336 geschichtlich erwähnt. Er gehörte zur Grundherrschaft St. Aposteln, kirchlich allerdings zur Ortschaft Morken-Harff. Omagen war ein sogenannter Siedlungsweiler und bestand aus einer Burg und vier umliegenden Nebenhöfen.

Der Burghof und zwei andere Höfe waren von Wassergräben umgeben. Die Burghofanlage wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg 1649 neu errichtet. Diese Anlage hatte einen rechteckigen Innenhof, der von lang gestreckten Gebäuden umschlossen war. An der Nordseite stand das zweistöckige Herrenhaus. Im Jahre 1687 wird der Junker Wilhelm von Reiferscheid als Besitzer genannt.

bild Burg Omagen
bild Burg Omagen



In der Nachfolgezeit ging der Besitz auf verschiedene Familien über. Die Nebenhöfe wurden nach dem Ersten Weltkrieg abgerissen. Als letzte lebten dann die Geschwister Kaumanns auf der Burg Omagen. Die Familie Kaumanns war eine der bekanntesten Familien, so stellte sie eine ganze „Bürgermeisterdynastie“.



Im Jahre 1890 wird in einer Beschreibung der Gebäude u. a. erwähnt, dass die Wassergräben zugeschüttet wurden. Das war der Anfang vom Ende der Burg. Durch das Zuschütten der Wassergräben wurde die Vorflut abgeriegelt und damit ein Aufstauen des Grundwassers bewirkt, der die Feuchtigkeit in den Außenmauern hochtrieb. Der Keller stand öfters vollkommen unter Wasser.

Der letzte Besitzer der Burg (Dr. Franken aus Tollhausen) hatte kein Interesse an der Erhaltung des kulturhistorischen Erbes. Das Burghaus und die damit verbundenen Nebengebäude wurden 1935 niedergerissen. Übrig blieb vom Weiler Omagen nur der Effertzhof besser bekannt als Gasthof Omagen.

bild Omagen Tranchot-Karte ca. 1801-1814


Seit 1890 im Besitz der Familie Effertz, die dort einen Gasthof, eine Gartenwirtschaft und eine Tankstelle betrieb. Das Haus lag an der Landstraße zwischen Bedburg-Kaster und Morken-Harff. 1976 fiel es als letztes Gebäude des Weilers Omagen dem Braunkohleabbau zum Opfer.

bild Gatswirtschaft der Familie Effertz


Das dem Gasthof gegenübergestandene „Omagener Kreuz“ ist das einzige erhaltene Relikt des Weilers. Es steht heute in Kaster an der Schützendelle.

bild Omagener Kreuz an alter Stelle
bild Omagener Kreuz in Kaster, ohne die beiden äußeren Steinfiguren


von Heinz Ulrich Werth, 2018


Quellen:

Archiv der Stadt Bedburg
Verluste eine Denkmal-Landschaft, Erftkreis 1991

Bilder:

Archiv der Stadt Bedburg