Am 22.September 2018 besuchten Mitglieder des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Bedburg e.V. die angekündigte Fahrt zum Museum und zum Wohnhaus des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer in Rhöndorf. Eine informative und aufschlußreiche einstündige Führung durch das ehemalige Wohnhaus Adenauers und durch den herrlich gestalteten und gelegenen Hanggarten des Anwesens mit Blick auf Rhöndorf erweckten viele Erinnerungen an Adenauer und hinterließen großen Eindruck auf den großen deutschen und europäischen Staatsmann. Nachfolgend einige bedeutende Abschnitte aus dem Leben von Konrad Adenauer.

Konrad Hermann Joseph Adenauer (* 5. Januar 1876 in Köln; † 19. April 1967 in Rhöndorf; eigentlich Conrad Hermann Joseph Adenauer) war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1951 bis 1955 zugleich erster Bundesminister des Auswärtigen. Bereits im Kaiserreich und in der Weimarer Republik absolvierte der Jurist und Angehörige der katholischen Zentrumspartei eine politische Karriere: Er war Oberbürgermeister von Köln, gehörte dem preußischen Herrenhaus an und war Präsident des preußischen Staatsrats. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er seiner Ämter enthoben und war zeitweise inhaftiert.

Adenauer gehörte zu den Begründern der CDU, deren Partei­vorsitzender er von 1950 bis 1966 war. Als Präsident des Parlamentarischen Rates sowie als erster Bundeskanzler und Außenminister der Bundesrepublik Deutschland prägte er eine ganze Ära. Der zum Amtsantritt bereits 73-Jährige setzte sich für Bonn als Bundeshauptstadt ein, stand für eine Politik der Westbindung und der Europäischen Einigung und eine aktive Rolle der Bundesrepublik in der NATO. Adenauer stand wirtschaftspolitisch für das System der Sozialen Marktwirtschaft. Er verfolgte einen antikommunistischen Kurs im Inland wie gegenüber der Sowjetunion und deren Satellitenstaaten.

Bild
Bild
Konrad Adenauer war das dritte von fünf Kindern des Sekretärs am Appellationsgericht (heute Oberlandesgericht Köln) und späteren Kanzleirats Johann Konrad Adenauer (1833–1906) und seiner Ehefrau Helene, geborene Scharfenberg (1849–1919). Seine Familie war römisch-katholisch geprägt. Seine Geschwister waren August (1872–1952), Johannes (1873–1937), Lilli (1879–1950) und Elisabeth (1882, dreieinhalb Monate nach der Geburt gestorben).

1906 trat Adenauer der katholischen Zentrumspartei bei, war bis 1933 Mitglied von deren Reichsvorstand und wurde am 7. März 1906 zum Beigeordneten der Stadt Köln gewählt. Am 22. Juli 1909 wurde er Erster Beigeordneter und damit erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters Max Wallraf, der der Onkel seiner ersten Frau war.

Am 18. September 1917 wählte ihn die Kölner Stadtverordnetenversammlung ohne Gegenstimme auf 12 Jahre zum damals jüngsten Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt; das Amt wurde offiziell am 21. Oktober 1917 durch Erlass des Königs von Preußen übertragen. Von 1917 bis 1933 und für einige Monate des Jahres 1945 war er Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Vom 7. Mai 1921 bis 1933 war er mit Unterstützung von Zentrum, SPD und DDP Präsident des preußischen Staatsrats.

1931 kam es zur ersten größeren Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten, als diese in einer nächtlichen Aktion die Rheinbrücken mit Hakenkreuzfahnen beflaggten. Adenauer ließ – nach seiner späteren eigenen Darstellung – die Fahnen mit Verweis darauf, dass die Brücken öffentliche Bauwerke seien, unverzüglich wieder entfernen. Durch seine Standhaftigkeit in dieser nur scheinbaren Bagatelle geriet Adenauer in das Visier der SA, die sogar öffentlich Geld für die Kugel Adenauers sammeln ließ. In Wirklichkeit hatte jedoch Adenauer mit der örtlichen NSDAP-Kreisleitung eine Absprache getroffen, deren Fahne von der stadteigenen Brücke – weil politisch neutrales Terrain – abzunehmen und vor der – gleichfalls der Stadt gehörenden – Messehalle wieder aufzuziehen. Dort sollte Hitler sprechen.Nach der Machtergreifung verbot Adenauer am 18. März 1933 erneut jeglichen Flaggenschmuck beim Besuch Hitlers.

Nach der Machtübernahme unterlag die Zentrumspartei in Köln bei den Kommunalwahlen.Die NSDAP enthob Adenauer seines Amtes als Oberbürgermeister und wenig später auch des Amtes als Präsident des preußischen Staatsrats.Am 30.März 1933 wurde Hitler per Ratsbeschluß zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt.

Nach Kriegsende ernannte die US-Besatzungsmacht am 4. Mai 1945 Adenauer wieder zum Oberbürgermeister der Stadt Köln.Bei der ersten Bundestagswahl am 14. Mai 1949 wurde Konrad Adenauer als direkt gewählter Abgeordneter mit 54,9 Prozent der Stimmen in den Deutschen Bundestag gwählt.Er vertrat den Wahlkreis Bonn Stadt bis zu seinem Tod 1967. Der Bundestag wählte ihn am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit (einschließlich seiner eigenen) zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.Adenauer wurde nach den Bundestagswahlen 1953,1957 und 1961 dreimal als Kanzler wiedergewählt.Adenauer starb am 19. April 1967 nach kurzer Grippe und drei Herzinfarkten im Alter von 91 Jahrenin seinem Haus in Rhöndorf.

.

Bild

Bericht Konrad Bludau